Mehrfamilienhaus besichtigen in Bornheim, Brühl, Wesseling und Umgebung

Warum Sie hier weniger zu sehen bekommen, als Sie erwarten

Wer ein Einfamilienhaus besichtigt, geht durch jedes Zimmer. Bei einem Mehrfamilienhaus ist das die Ausnahme. Die Wohnungen sind vermietet, und eine vermietete Wohnung ist die Wohnung des Mieters: Betreten dürfen Sie sie nur, wenn er zustimmt und rechtzeitig gefragt wurde. Ein Verkäufer, der Ihnen Zutritt zu allen Einheiten zusagt, verspricht etwas, worüber er gar nicht verfügt.

Rechnen Sie also damit, dass Sie an einem Termin das Gebäude sehen und von den Wohnungen nur eine Stichprobe. Daraus folgt alles Weitere: Ein Mietshaus zwischen Köln und Bonn beurteilen Sie nicht über die Zimmer hinter den Türen, sondern über das, was zum ganzen Haus gehört — Dach, Fassade, Keller, Treppenhaus und die Technik, die durch alle Geschosse läuft. Planen Sie dafür mehrere Stunden ein; ein Rundgang in einer halben Stunde ist bei dieser Objektart keiner.

Paar informiert sich zu Hause über den Immobilienkauf

Vermietete Wohnungen: was Sie betreten dürfen und was verschlossen bleibt

  • Der Mieter entscheidet. Für die Besichtigung seiner Wohnung braucht es sein Einverständnis. Eine bloße Ankündigung genügt nicht, und einen Termin, der ihm nicht passt, darf er ablehnen.
  • Rechtzeitig fragen heißt: mit Vorlauf. In der Praxis sind das einige Tage, nicht ein Anruf am Vorabend. Wer Mieter unter Zeitdruck setzt, bekommt weniger Türen geöffnet, nicht mehr.
  • Die Verkaufsabsicht selbst muss niemand vorab mitteilen. Für den Zutritt zur Wohnung ändert das nichts — beides ist zweierlei und wird häufig verwechselt.
  • Leerstehende Einheiten stehen Ihnen offen. Gerade sie zeigen Bäder, Böden und Leitungen ohne Möbel davor und sind deshalb der ehrlichere Teil des Rundgangs.
  • Sammeltermine mit vielen Interessenten funktionieren im bewohnten Haus schlecht. Ein ruhiger Einzeltermin bringt mehr Zugang und weniger Unruhe in der Mieterschaft.

Diese Einschränkung ist kein Makel des Angebots, sondern der Normalfall bei vermieteten Objekten im Rhein-Erft-Kreis. Sie verschiebt nur das Gewicht: weg von der einzelnen Wohnung, hin zum Gebäude und zu den Unterlagen.

Was das Gebäude über die Wohnungen verrät

Weil die Einheiten weitgehend verschlossen bleiben, tragen die Gemeinschaftsbereiche die Beweislast. Sie sind kein Nebenschauplatz, sondern Ihre wichtigste Informationsquelle.

  • Dach: Alter der Eindeckung, Zustand von Rinnen und Fallrohren, Feuchtespuren im Spitzboden. Eine Dachsanierung ist bei dieser Objektart der größte einzelne Kostenblock.
  • Fassade: Risse, Ausblühungen, abplatzender Putz, Zustand einer vorhandenen Dämmung. Verfärbungen im Sockelbereich deuten auf aufsteigende Feuchtigkeit hin.
  • Keller: feuchte Wände, muffiger Geruch, Risse in Boden und Decke. Sehen Sie sich hier auch an, wie die Leitungen geführt und ob sie abschnittsweise erneuert wurden.
  • Haustechnik: Alter und Zustand der Heizzentrale, Warmwasserbereitung, Elektroverteilung und die Steigleitungen für Wasser und Abwasser. Veraltete Technik bindet Kapital, das Sie sonst für die Wohnungen bräuchten.
  • Treppenhaus und Gemeinschaftsflächen: Beleuchtung, Klingel- und Briefkastenanlage, Fahrradkeller, Hof und Mülleinhausung. Der Pflegezustand sagt Ihnen, wie das Haus bisher bewirtschaftet wurde.

Die Steigleitungen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit, denn sie verbinden genau das, was Sie sehen dürfen, mit dem, was Ihnen verschlossen bleibt: Ein Strang läuft durch alle Bäder und Küchen übereinander. Was am Strangfuß im Keller sichtbar ist — altes verzinktes Rohr, gestückelte Reparaturen, frische Absperrarmaturen —, gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Etagen darüber. Dasselbe gilt für den Zählerschrank: Wo im Keller noch alte Verteilungen hängen, ist die Elektrik in den Wohnungen selten neu.

Zwei bis drei Wohnungen als Stichprobe

Bitten Sie um Zugang zu Einheiten in unterschiedlicher Lage — eine im Erdgeschoss, eine im Obergeschoss, wenn möglich eine unter dem Dach. Diese drei Positionen haben verschiedene Schwachstellen: unten Feuchtigkeit vom Erdreich, oben Wärmeverluste und Undichtigkeiten am Dachanschluss. Achten Sie auf Fenster, Bäder, Böden sowie auf Decken- und Wandecken, in denen sich Feuchtigkeit zuerst zeigt.

Werten Sie die Stichprobe als Muster, nicht als Beweis. Zwei gepflegte Wohnungen bedeuten nicht, dass alle acht gepflegt sind — sie zeigen Ihnen aber den Ausbaustandard und das Baujahr-typische Niveau, gegen das Sie die Angaben im Exposé halten können.

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Unterlagen, die Sie vor dem Termin anfordern sollten

Was Sie nicht sehen dürfen, müssen Sie lesen. Fordern Sie deshalb vor der Besichtigung an:

  • Mieterliste mit Nettokaltmieten und Mietbeginn je Einheit
  • aktuelle Betriebskostenabrechnung
  • Energieausweis
  • Grundrisse aller Wohnungen
  • Aufstellung der Instandhaltungsmaßnahmen der letzten zehn Jahre
  • Leerstandshistorie der letzten drei bis fünf Jahre

Mit der Mieterliste in der Hand wird der Rundgang ein anderer: Sie sehen, welche Einheit unter Marktniveau vermietet ist und welche seit Jahren leer steht — und können den Verkäufer beim Termin direkt danach fragen. Wie sich diese Angaben in eine Rechnung übersetzen, zeigt die Seite zur Mietrendite beim Mehrfamilienhaus; den vollständigen Ablauf bis zum Notartermin führt die Checkliste für den Kauf eines Mehrfamilienhauses auf.

Prüfung der Unterlagen bei der Besichtigung eines Mehrfamilienhauses

Die Mietverträge gehören zum Objekt

Bestehende Mietverträge gehen beim Kauf auf Sie über — Sie erwerben nicht nur ein Gebäude, sondern auch die Vereinbarungen, die darin gelten. Prüfen Sie deshalb Miethöhe, Laufzeit, Kündigungsregelungen, Wertsicherungs- oder Indexklauseln, Vereinbarungen zu Schönheitsreparaturen und Sonderabreden etwa zu Tierhaltung, Garage oder Untervermietung.

Alte Verträge enthalten häufig Klauseln, die vor Gericht keinen Bestand mehr hätten. Das kann zu Ihren Gunsten wirken oder gegen Sie — sicher beurteilen lässt es sich nur im Einzelfall, und dafür ist ein Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht die richtige Adresse. Was danach in die Kalkulation gehört, steht neben dem Kaufpreis: die Kaufnebenkosten und der absehbare Instandhaltungsstau.

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Wenn die Wohnungen verschlossen bleiben, zählt die Technik

Wir gehen mit durch das Haus und sagen Ihnen, was uns auffällt — vor allem dort, wo Sie selbst nicht hinkommen. Wo sich nur von außen nach innen schließen lässt, entscheidet Erfahrung mit der Ausführung: René Reuschenbach hat in den 1990er-Jahren die Projekt- und Bauleitung bei mehreren Hundert Häusern und Wohnungen geführt und liest an einem Strangfuß, einer Verteilung im Keller und dem Anschluss der Heizzentrale ab, in welchem Zustand die Bäder und die Elektrik darüber sein dürften. Das ist kein Gutachten und ersetzt keines: Für Statik, Bauwerksabdichtung und belastbare Sanierungskosten holen wir einen Bausachverständigen dazu — und sagen Ihnen auch, wenn ein Punkt ohne ihn nicht zu klären ist.

Dazu kommt der Blick auf die Mieterschaft, den Sie als Käufer schwer bekommen: welche Ausschöpfung in vergleichbaren Beständen im Großraum Köln/Bonn realistisch ist, wie schnell frei werdende Wohnungen im Umland wieder vermietet sind und welche Baujahre hier welche Schwachstellen mitbringen. Wenn Sie mehrere Objekte parallel prüfen, hilft der Überblick über den Ablauf beim Kauf eines Mehrfamilienhauses, die Termine sinnvoll zu takten; die Punkte, an denen Käufer im Rhein-Sieg-Kreis am häufigsten danebenliegen, stehen unter Fehler beim Kauf eines Mehrfamilienhauses vermeiden.

Häufige Fragen zur Besichtigung eines Mehrfamilienhauses

Worauf muss ich bei der Besichtigung eines Mehrfamilienhauses achten?

Auf die Punkte, die den Ertrag über Jahre bestimmen:

  • Bauzustand und Instandhaltungsstau an Dach, Fassade, Heizung und Elektrik
  • energetischer Zustand des Gebäudes
  • Mieterstruktur und Ausschöpfung der möglichen Miete
  • Gemeinschaftsbereiche — Treppenhaus, Keller, Hof
  • Lage und ihre Vermietbarkeit auf lange Sicht

Anders als beim Einfamilienhaus zählt hier weniger der Eindruck einzelner Räume als das Gebäude als Ganzes. Die Wohnungen sehen Sie ohnehin nur in Ausschnitten.

Wie viele Wohnungen bekomme ich bei einer Mehrfamilienhaus-Besichtigung zu sehen?

Realistisch sind zwei bis drei Wohnungen als Stichprobe — meist eine im Erdgeschoss, eine im Obergeschoss und, wenn vorhanden, eine unter dem Dach.

Eine Komplettbesichtigung aller Einheiten ist im vermieteten Haus praktisch nicht zu bekommen, weil jeder einzelne Mieter zustimmen müsste. Leerstehende Wohnungen können Sie dagegen uneingeschränkt ansehen.

Müssen die Mieter der Besichtigung ihrer Wohnung zustimmen?

Ja. Die vermietete Wohnung ist die Wohnung des Mieters, und für einen Besichtigungstermin braucht es sein Einverständnis — mit angemessenem Vorlauf angefragt, in der Praxis einige Tage vorher. Einen Termin, der nicht passt, darf er ablehnen.

Davon zu trennen ist die Verkaufsabsicht: Über die muss niemand die Mieter vorab informieren. Zutritt zur Wohnung ergibt sich daraus aber nicht. Ruhige Einzeltermine statt Sammelbesichtigungen führen erfahrungsgemäß dazu, dass mehr Türen offen stehen.

Welche Mietverträge prüfe ich bei der Besichtigung eines Mehrfamilienhauses?

Alle — und zwar auf diese Punkte:

  • Laufzeit und Kündigungsregelungen
  • vereinbarte Miete im Vergleich zum örtlichen Niveau
  • Wertsicherungs- oder Indexklauseln
  • Schönheitsreparaturen (die Klauseln sind oft unwirksam)
  • Sonderabreden zu Tierhaltung, Garage oder Untervermietung
  • Zahlungshistorie der letzten zwölf Monate

Da die Verträge mit dem Haus auf Sie übergehen, sind sie Teil des Kaufgegenstands. Ob eine alte Klausel Ihnen nützt oder schadet, klärt im Zweifel ein Fachanwalt für Mietrecht.

Wie wichtig ist der Keller bei der Besichtigung eines Mehrfamilienhauses?

Sehr wichtig, denn er ist der einzige Raum, in dem die Technik des ganzen Hauses zusammenläuft. Achten Sie auf:

  • Feuchtigkeit an Wänden und Boden
  • Risse in Wänden und Decken
  • Zustand der Heizzentrale und der Wasserleitungen
  • Geruch — modrig heißt fast immer Feuchtigkeit
  • Belüftung und Trockenheit der Lagerräume

Am Strangfuß und am Zählerschrank sehen Sie außerdem, wie es um Bäder und Elektrik in den Wohnungen darüber vermutlich bestellt ist. Ein durchfeuchteter Keller bedeutet Sanierungsbedarf an der Bauwerksabdichtung — und der gehört zu den teureren Positionen.

Wann sollte ich einen Sachverständigen zur Mehrfamilienhaus-Besichtigung mitnehmen?

Bei dieser Objektart fast immer. Sein Honorar fällt gegenüber der Kaufsumme kaum ins Gewicht, und weil Sie die Wohnungen nur stichprobenhaft sehen, ist eine fachliche Einschätzung des Gebäudes umso mehr wert.

Der Sachverständige beurteilt Statik, Bausubstanz, Heizung und Elektrik und liefert eine schriftliche Bewertung mit Kostenschätzungen für den erkennbaren Sanierungsbedarf. Sinnvoll ist der Termin nach dem ersten Rundgang und vor der Preisverhandlung — dann haben Sie beim Verhandeln Zahlen statt Vermutungen.

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